ActiGait von Otto Bock

Nervenstimulator ersetzt verlorene Gehirnimpulse nach Schlaganfall

Neuroimplantat ActiGait® verhilft Patienten mit Fußheberschwäche zu gleichmäßigem Gangbild

 

Der Schlaganfall

Der Schlaganfall ist laut Weltgesundheitsorganisation[1] (WHO) eine der häufigsten Todesursachen in den Industrienationen und die häufigste Ursache für lebenslange Behinderungen im Erwachsenenalter. Jährlich sterben etwa 5,5 Millionen Menschen weltweit an den Folgen eines Schlaganfalls.

Die zentrale Fußheberparese (auch als Fußheberschwäche od. Fallfuß bekannt) ist eine der dauerhaften Beeinträchtigungen, die nach einem Schlaganfall zurückbleiben kann. Bis zu 20 Prozent[2] der Menschen, die einen Schlaganfall überleben, leiden an chronischer Fußheberschwäche als Folge. Betroffene können nicht mehr, oder nur mit Einschränkungen gehen. Oft hängt der Fuß schlapp nach unten, sie treten häufig nur mit dem Ballen oder der Fußaußenkante auf oder schwingen das gelähmte Bein in großem Bogen aus der Hüfte nach vorne. Das Gehen ist anstrengend und die Sicherheit beim Gehen ist erheblich eingeschränkt, was dazu führt, dass die Angst zu stürzen groß ist. Betroffene ziehen sich von gewohnten Aktivitäten und Kontakten zurück und wollen ihr vertrautes Umfeld nicht mehr verlassen. Diese Einschränkung der Fortbewegungsmöglichkeit führt häufig zu sozialer Isolation und beeinträchtigt Betroffene sowie Angehörige gleichermaßen.

ActiGait® – der Muskelschrittmacher

ActiGait® (= aktiver Gang) ist das derzeit einzige – im deutschsprachigen Raum – kommerziell verfügbare Implantat, das eine Gangkorrektur und Gangverbesserung ermöglicht. Funktionell übernimmt das System durch elektrische Impulse die Steuerung der Fußbewegung, die das Gehirn nicht mehr leisten kann. Das Produkt besteht aus externen Komponenten (einer Steuereinheit, einer Antenne sowie einem Fersenschalter) und einem Implantat, das im Zuge einer circa einstündigen Operation in den Oberschenkel implantiert wird. Die Steuereinheit, die in etwa so groß ist wie ein Handy, kann bequem und unauffällig fixiert werden (z.B. an einem Gürtel oder am Hosenbund). Da der Fersenschalter in einer speziellen Socke befestigt wird, kann der Anwender jeden beliebigen Schuh oder Stiefel tragen.


Funktionsweise – vom Gedanken zum Schritt

Wenn der Betroffene den Fuß anheben will, registriert ein Fersenschalter den Zeitpunkt von Fersenablösung bzw. Fersenauftritt und übermittelt diese Information kabellos an die Steuereinheit. Die Impulse werden von der Steuereinheit über eine Antenne durch die Haut an das Implantat weitergeleitet. Das Implantat aktiviert den Wadenbeinnerv (Nervus peroneus communis), der für die Fußhebung verantwortlich ist. Der angeregte Nerv aktiviert die Muskeln und der Fuß hebt sich.


Eignung der Betroffenen

Nicht jeder Betroffene ist für eine Versorgung mit ActiGait® geeignet. Die Fußheberschwäche sollte das Hauptproblem beim Gehen darstellen, Stabilität in Knie und Hüfte müssen gegeben sein. Genaue Untersuchungen und Tests durch Spezialisten in ausgewählten Kliniken und Gesundheitszentren sind Vorraussetzung für eine erfolgreiche und effektive Versorgung der Betroffenen.

 


[1] www.who.int (https://apps.who.int/infobase/Mortality.aspx?l=&Group1=RBTCntyByRg&DDLCntyByRg=EUR&DDLCntyName=1004&DDLYear=2004&TextBoxImgName=go) <date ls="trans" month="06" day="28" year="2012" w:st="on">28.06.2012</date>

[2] Burridge, Taylor et al.: The Effects of Common Personal Stimulation on the Effort and Speed of Walling: A Randomized Controlled Trial with Clinical Rehabilitation 11 (1997), 201-210

Ihr Ansprechpartner
André Banzhaf
André Banzhaf Ergotherapeut
Tel. 0 70 71-41 04-2 61
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