Aktuelles
NESS
L300 Fußheber-System
Das Ness L300 ist ein hoch entwickeltes System zur funktionalen
Elektrostimulation (FES), das kleine elektrische Impulse an den
Wadenbeinnerv (Nervus peroneus communis) im Bein sendet und dadurch die
Fußheber stimuliert. Das NESS L300 erfasst - in Echtzeit - die
Gehposition, die verschiedenen Gehgeschwindigkeiten sowie Änderungen in
der Untergrundbeschaffenheit.
Das Ergebnis:
Das NESS L300Fußheber-System kann Patienten, die an
einer Verletzung oder Erkrankung der oberen Motorneurone leiden, beim
Gehen behilflich sein.
Das
NESS L300 bietet eine Vielzahl an Vorteilen für verschiedenste Patienten
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Das NESS L300 kann Patienten helfen, die Funktion des
Fußhebers wiederherzustellen, der durch eine der folgenden Ursachen
hervorgerufen wurde:
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Das NESS L300 hilft nicht nur den Bewegungsablauf beim Gehen zu
normalisieren, sondern kann auch Folgendes erreichen:
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Wiederaufbau der Muskeln, so dass diese ohne NESS
L300 funktionieren (motorische Rehabilitation)
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Vermeidung oder Verzögerung einer Atrophie
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Aufrechterhaltung oder Erweiterung des
Bewegungsumfangs des Sprunggelenks
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Erhöhung der lokalen Blutzirkulation
Drei
kleine, unauffällige, drahtlose Komponenten
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Intelli-Sense Gait Sensor
Während der Patient läuft, erkennt der Sensor automatisch die
Positionen, in denen die Ferse abgehoben bzw. aufgesetzt wird, sowie
verschiedene Untergründe und Geschwindigkeiten.
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Komfortable, leichte Beinmanschette
Die Elektroden auf der Innenseite der Manschette werden für
jeden Patienten speziell angepasst. Der Kniescheibenausschnitt an
der Manschette ermöglicht stets von neuem eine korrekte
Elektrodenplatzierung.
Außerdem kann die Manschette vom Patienten leicht mit einer Hand
angelegt werden.
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Miniatur-Steuereinheit
Mit Hilfe der tragbaren Steuereinheit wird das NESS L300 ein-
und ausgeschaltet und die Stimulation reguliert. Die Steuereinheit
greift auf das drahtlose Programmiergerät des Therapeuten zu, über
das Folgendes erreicht werden kann:
Einstellen der Stimulationsparameter, Vornehmen von Änderungen, die
automatisch in der Patientenakte gespeichert werden, Verfolgen von
Gangdaten und Überwachen der Patientencompliance.
Wir bieten spezielle Screening-Tage zur Erprobung in
unserem Hause an. Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unter
"Veranstaltungen/Fortbildungen".
Gerne finden wir gemeinsam mit Ihnen heraus, ob dieses System für Sie
geeignet ist. Es besteht die Möglichkeit, sich unverbindlich zu
informieren und das Produkt auszuprobieren.
Melden Sie sich bitte
einfach bei uns.
Für Fragen steht Ihnen Olaf Nill unter Telefon (0 70 71) 41 04-1
20 gerne zur Verfügung.
NESS
H200 Handrehabilitationssystem
Die Hand ohne große Anstrengung öffnen und schließen. Gegenstände
festhalten und loslassen.
Dies alles - und noch viel mehr - könnten Sie dank
des NESS H200 Handrehabilitationssystems tun.
Das NESS H200 ist ein modernes, funktionelles
elektrisches Stimulationssystem (FES), das eine schonende elektrische
Stimulation verwendet, um Sie beim Öffnen und Schließen Ihrer Hand zu
unterstützen.
Kundenspezifische Stimulationsprogramme können Ihnen
dabei helfen, Ihre täglichen Arbeiten auszuführen und langfristig auch
Ihre Muskeln wieder zu trainieren. |

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Zahlreiche
Vorteile für viele unterschiedliche Patienten
Das Ness H200 kann Sie dabei unterstützen, die
Funktion Ihrer Hand und Ihres Handgelenks bei den folgenden
Krankheitsbildern wieder herzustellen:
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Zusätzliche Vorteile
Außerdem bietet das NESS H200 folgende Vorteile:
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Verbesserung des aktiven Bewegungsbereichs und
der Funktion der Hand
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Trainieren der Muskeln, so dass diese wieder ohne
das System funktionieren
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Reduzieren von Muskelkrämpfen
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Verbesserung der lokalen Blutzirkulation
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Vorbeugen von Muskelschwund (Atrophie)
Zwei fortschrittliche Komponenten machen es Ihnen
leicht
Sie können das NESS H200 mit nur einer Hand anlegen,
bedienen und abnehmen.
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Eine leichte, komfortable Orthese wird
kundenspezifisch an Ihrem Unterarm und Ihrer Hand angebracht, um
sicherzustellen, dass Sie genau die Stimulation erhalten, die Sie
benötigen.
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Die tragbare Bedieneinheit sendet elektrische
Impulse an die Muskeln, die Hand- und Handgelenkfunktion steuern.
Von Bioness geschulte Spezialisten passen die Einstellungen genau an
die Stimulation an, die Sie benötigen.
Wir bieten spezielle Screening-Tage zur Erprobung in unserem Hause an.
Aktuelle Termine entnehmen Sie bitte unter
"Veranstaltungen/Fortbildungen".
Gerne finden wir gemeinsam mit Ihnen heraus, ob dieses System für Sie
geeignet ist. Es besteht die Möglichkeit, sich unverbindlich zu
informieren und das Produkt auszuprobieren. Melden Sie sich bitte
einfach bei uns.
Für Fragen steht Ihnen Olaf Nill unter Telefon (0 70 71) 41 04-1
20 gerne zur Verfügung.
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Alle Fünfe - Die neue i-Limb Prothesenhand
Quelle: Handicap 4/2007 - Text und Fotos: Gunther Belitz
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Die
myoelektrische Handprothese i-Limb ermöglicht die Bewegung aller
fünf Finger und eine ganze Reihe neuartiger Griffvariationen. Welche
Vorteile das für die Anwender haben kann, erfuhr HANDICAP bei
Brillinger Orthopädie in Tübingen.
Das Unternehmen hat sich unter anderem auf die moderne
Armprothetik spezialisiert und eine der ersten Testversorgungen mit
der intelligenten Prothesenhand durchgeführt. Oliver Ritter ist ein
tatkräftiger junger Mann, der mit beiden Beinen voll im Leben steht.
Und mit beiden Händen, denn der gelernte Betriebsschlosser hat sich
auch durch eine Unterarmamputation, die er 2002 bei einem
Arbeitsunfall erlitt, nicht aus dem Tritt bringen lassen. Der
40-Jährige aus Pfullendorf machte eine Umschulung zum
Maschinenbautechniker und betreut heute Großprojekte im Rahmen des Facility Managements. Seit seiner Amputation ist er bei Brillinger
Orthopädie versorgt, stellt sich immer wieder als Testanwender zur
Verfügung und hat auch schon für Schulungsfilme Modell gestanden.
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Im Alltag trägt Oliver Ritter einen Silikon-Maßliner von
Brillinger und die SensorHand Speed von Otto Bock, mit der er sehr gut
zurechtkommt. Er fährt damit Fahrrad und Motorroller, nimmt für Arbeiten
mit Motorsäge und Flex in Haus und Garten die Prothese zur Hilfe und
bastelt an seinem geliebten Citroen 2CV, der guten alten "Ente", herum.
"Da gibt es immer etwas zu schrauben", sagt er. "Das Werkzeug kann ich
mit der Prothese aufnehmen und der natürlichen Hand zuführen." Seine
Frau freut sich ganz besonders, dass er sogar in der Lage ist, mit der
künstlichen Hand einen Faden ins Nadelöhr einzufädeln. Heute ist Oliver
Ritter bei Brillinger Orthopädie, um als einer der ersten Probanden die
neue i-Limb Prothesenhand auszuprobieren. Die Innovation des
schottischen Herstellers Touch Bionics wurde Brillinger von der Firma
Ortho-Reha Neuhof aus Nürnberg für den Test zur Verfügung gestellt, die
das i-Limb-System in Deutschland vertreibt.
Die myoelektrische Handprothese mit fünf beweglichen und von je einem
Motor angesteuerten Fingern ist für die Versorgung von Amputationen im
Bereich des Unterarms vorgesehen. Zur Versorgung von Teilamputationen
der Hand können die ProDigit genannten Prothesenfinger auch einzeln
eingesetzt werden. "Das System ermöglicht es, Gegenstände wie mit einer
menschlichen Hand zu umschließen und ist damit die erste voll
funktionsfähige Adaptivhand auf dem Markt", berichtet Jochen Steil, bei
Brillinger verantwortlich für die Armprothetik und Silikontechnik. "Wir
haben den Anspruch, technologisch in allen Bereichen ganz vorne sein und
testen deshalb alle Neuheiten im Hause, um uns selbst ein Urteil bilden
zu können", ergänzt Klaus Fischer, Geschäftsführer des traditionsreichen
und zugleich zukunftsorientierten Familienunternehmens. So wurde in
Tübingen schon vor mehr als zehn Jahren ein Silikon-Labor geschaffen, in
dem neben den Maßlinern auch ästhetisch perfekte Prothesen gefertigt
werden. Und die Schulung von Armamputierten im Gebrauch ihrer Prothesen
erfolgt durch Ergotherapeuten in einem speziell eingerichteten Bereich.
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Hier treffen wir uns mit Oliver Ritter, nachdem ihm
Orthopädietechnikermeister Jochen Steil in der Werkstatt die
i-Limb-Prothese angepasst hat. Technisch ist die Umstellung kein
Problem, denn die Hand ist mit den myoelektrischen Systemen von Otto
Bock kompatibel. Auch die Ansteuerung der gewohnten Funktionen zum
Öffnen und Schließen der Hand bzw. zum Drehen des Handgelenks ist nahezu
identisch. "Ich bin mit dem i-Limb sofort auf dem gleichen Niveau wie
mit meiner Alltagshand", berichtet Oliver Ritter. Der zusätzliche Clou
des neuen Systems sind die vier verschiedenen Griffvariationen, die
durch eine entsprechende Positionierung des Daumens mit der natürlichen
Hand oder an der Tischkante unauffällig aktiviert werden können. Mit dem
so genannten Kraftgriff wird es so möglich, einen Gegenstand mit allen
fünf Fingern der Prothese zu umschließen. Da die Griffkraft und
Geschwindigkeit der Fingerbewegungen proportional zum myoelektrischen
Eingangssignal gesteuert werden können, gelingt es Oliver Ritter schon
bald ohne Mühe, eine Mandarine und einen kleinen Joghurtbecher
formschlüssig und sicher zu greifen, ohne dass die filigrane Ware auch
nur im Geringsten gequetscht wird. |
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Mit dem Schlüsselgriff lassen sich Gegenstände zwischen
dem seitlichen Zeigefinger und dem Daumen gezielt einklemmen, was uns der
Proband beim Servieren eines dampfenden Kaffees eindrucksvoll
demonstriert. "Mit einer konventionellen Hand muss man die Untertasse
ausbalancieren, mit der i-Limb-Prothese kann man sie aktiv halten",
erklärt Oliver Ritter. Auch beim Lesen von HANDICAP sind die funktionellen
Vorteile dieses Griffmodus offensichtlich, denn er kann das Magazin mit
der Prothese sicher fixieren, um etwa mit der natürlichen Hand eine Seite
weiter zu blättern. Ebenso sinnvoll und praktisch sind der Spitzgriff, der
dem Ergreifen kleiner Gegenstände mit Daumen, Zeige- und Mittelfinger
dient, und der einzeln ausgestreckte Zeigefinger, der das Tippen auf einer
PC- oder Handy-Tastatur enorm erleichtert. Darüber hinaus gibt es noch
einen so genannten Ankleidemodus, in dem der Daumen so an die geöffnete
Hand angelegt werden kann, dass man beim Hineinschlüpfen in den Jacken-
oder Hemdsärmel nicht hängen bleibt.
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"Die i-Limb-Hand ist ein großer Fortschritt, vor allem, weil sie
neue Griffvariationen bietet und wirklich lebensechte Stellungen
ermöglicht", urteilt Oliver Ritter. Die Auswahl der Griffmodi sei
zudem unproblematisch, da die dafür notwendige Positionierung des
Daumens sehr einfach und manuell vonstatten gehe. "Der Formschluss
durch die Beweglichkeit aller Finger ist super", zeigt sich auch
Jochen Steil begeistert. Allerdings ließen sich die Finger
momentan noch nicht willentlich einzeln bewegen, weil die
Muskelansteuerung dafür zu komplex wäre. "Das Problem könnte man
aber in Zukunft softwareseitig lösen", meint der
Armprothetik-Spezialist von Brillinger. Einen Nachteil sieht er in
der mit 20-30 Newton pro Finger relativ geringen Griffkraft der
i-Limb-Prothese. Zum Vergleich: Die SensorHand Speed weist eine
maximale Griffkraft von 100 Newton auf. "Fleisch kann ich damit
nicht schneiden, und auch das Schuhe zu binden klappt mit der
SensorHand besser", sagt Oliver Ritter. "Die i-Limb-Hand ist
sicher keine ideale Arbeitsprothese für den Landwirt, sondern eher
eine optisch und funktionell sehr ansprechende In-novation für den
urbanen Businessmann", ergänzt Jochen Steil.
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Mit einem Fachhandeis-Einkaufspreis von 13.700 Euro ist das
intelligente System nicht gerade ein Schnäppchen. Hinzu kommt noch die
individuelle Handkosmetik aus Silikon, die bei Brillinger mit circa 3.000
Euro zu Buche steht und bei der i-Limb-Prothese eine besondere
Herausforderung ist. "Aufgrund der Beweglichkeit aller Finger muss auch
das Material besonders flexibel sein und zum Beispiel die Faltenbälge an
den Fingern exakt berücksichtigen", erklärt Jochen Steil. "Die Kosmetik
für die Hand von Oliver Ritter sieht zwar schon recht passabel aus, ist
aber noch ein Prototyp." Auf die Frage, welche Wünsche an eine künstliche
Hand nach dem Test der i-Limb-Prothese noch offen bleiben, antwortet
Oliver Ritter spontan: "Ein Vibrationsalarm, der von den Fingerspitzen der
Prothese auf den Innenarm geleitet wird, denn dann müsste man nicht mehr
bei jeder Bewegung genau hingucken". Und Oliver Ritter ist sich sicher,
dass er zu den ersten Menschen gehören würde, die eine solche Innovation
im Hause Brillinger ausprobieren dürften. |
Handwerk mit Begeisterung
Quelle: Handicap 3/2006 - Text und Fotos: Gunther Belitz |
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Fachsimpeleien: Eberhard Körner auf seiner Harley mit Stefan
Schreiner und Klaus Fischer vor der Firmenzentrale |
Der Name Brillinger hat schon seit fast 100 Jahren einen guten Ruf
in der Orthopädie- und Reha-Technik. Und der heutige Geschäftsführer
Klaus Fischer hat die Weichen frühzeitig auf Zukunft gestellt. Mit
qualitativ hochwertigen Versorgungen, kundenorientierten
Dienstleistungen und hochmotivierten Mitarbeitern ist Brillinger
Orthopädie zu einem der führenden Betriebe in Deutschland geworden.
Mit seiner Harley Davidson fährt Eberhard Körner bei Brillinger vor und
parkt seine Maschine direkt unter der tonnenförmigen Dachkonstruktion
aus Alu-Profilen, die den großzügigen Eingangsbereich beschirmt.
Erst
auf den zweiten Blick fällt auf, dass der 41-jährige Inhaber einer
Werbeagentur in Waiblingen eine Armprothese trägt. Nach einem
Motorradunfall musste ihm 1983 der rechte Unterarm amputiert werden.
Die
Harley hat der gelernte Maschinenbautechniker selbst behindertengerecht
umgebaut. Das Motorrad mit 1.340 ccm Hubraum ist eine Sonderanfertigung,
die Armprothese auch. Über einem maßgefertigten Liner von Brillinger,
der extrem dünn ausläuft und keine Längsdehnung aufweist, trägt Körner
einen Karbonschaft mit einer myoelektrischen Hand.
"Die haben wir etwas
getunt", berichtet André Banzhaf, Leiter des vierköpfigen
Armtechnik-Teams bei Brillinger, wo Eberhard Körner von Anfang an
versorgt wird. "Die perfekte Passform des Schaftes und die optimale
Griffkraft mit der Elektrohand sind beim Lenken, Einparken und Schieben
der Harley enorm wichtig", erklärt Körner. "Zudem vibriert die Maschine
während der Fahrt ziemlich stark."
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Good Vibrations: Seine Maschine hat Eberhard Körner auch mit Armprothese
bestens im Griff |
Mit Armprothese steigt der 41-Jährige
auch aufs Mountainbike, hält die Schoot beim Segeln, schiebt eine
Schubkarre oder wirft den Ball zum Aufschlag beim Tennis hoch. "Ich
versuche wie ein Mensch mit zwei Händen zu leben" - und das geht eben
nicht ohne Kunstarm.
"Wir verkaufen keine Prothesen, sondern wir definieren den
Rehabilitationserfolg", sagt André Banzhaf programmatisch.

"Ein
Waldarbeiter hat natürlich völlig andere Bedürfnisse als eine Sekretärin
in der Großstadt, das müssen wir berücksichtigen."
Der 43-Jährige ist
ausgebildeter Ergotherapeut, hat sich in die technischen Details der
Armprothetik intensiv eingearbeitet und - wie er selbst sagt - "keine
Fortbildungsveranstaltung ausgelassen".
Das Unternehmen hat für jedes
myoelektrische System auf dem Markt eine Zertifizierung erworben. "Wir
sind nicht markengebunden, sondern stellen für unsere Patienten die
jeweils optimale Passteilkonfiguration zusammen."
Auf die
ergotherapeutische Schulung der großen und kleinen Anwender legt man bei
Brillinger Orthopädie in hervorragend dazu ausgestatteten Räumlichkeiten
besonderen Wert.
"Die Erfolgschancen einer Armprothesenversorgung
steigen exponentiell mit einer individuellen und am Umfeld des
Prothesenträgers ausgerichteten Ergotherapie", betont Banzhaf.
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Eberhard Körner will demnächst sogar das Golfspielen erlernen.
Damit er
sein Handicap verbessern kann, hat Brillinger auch dafür eine spezielle
prothetische Lösung parat. 1983, im Jahr als Eberhard Körner amputiert
wurde, übernahm Klaus Fischer in der dritten Familiengeneration die
Geschäftsführung des fast 100 Jahre alten Sanitätshauses Brillinger im
malerischen Tübingen.
"Damals wurden noch Holzbeine geschnitzt, aber das
konservative Denken haben wir schnell überwunden", berichtet der
55-jährige Orthopädietechnikermeister. Heute beschäftigt die Brillinger
Gruppe im Tübinger Hauptsitz, weiteren Filialen in Tübingen, Mössingen
und Reutlingen sowie in zwei Klinikwerkstätten insgesamt 145 Mitarbeiter
und gilt als innovatives Kompetenzzentrum für die Orthopädie- und
Reha-Technik.
"Wir haben uns in den verschiedenen Bereichen konsequent
spezialisiert und bieten überall die neuesten Technologien an", sagt
Fischer, der als teamfreudiger Chef die Impulse setzt, aber selbst nicht
mehr handwerklich tätig ist.
In
der Beinprothetik, die von Kurt und
Thomas Reinhardt geleitet wird, bedeutet dies etwa, dass moderne
Schafttechniken und Linerversorgungen auch bei geriatrischen Patienten
zum Einsatz kommen. Übungsprothesen werden innerhalb von 48 Stunden
fertig gestellt, Testversorgungen mit hochwertigen Passteilen schaffen
Vertrauen bei den Kunden.
Durch den regen fachlichen Austausch mit
Kliniken und Forschungseinrichtungen ist man immer up to date. So wurde
zusammen mit den Ärzten und Physiotherapeuten der
Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen ein neues Konzept zur
Rehabilitation von Beinamputierten entwickelt. Brillinger ist an der
Entwicklung der "Karlsruher Hand" beteiligt und liefert die eigens für
diese innovative Armprothese gefertigte Kosmetikverkleidung aus Silikon.
Ein Kunde von Brillinger erhielt dadurch die Möglichkeit, die Hand schon
in der Entwicklungsphase auszuprobieren.
Regelmäßig veranstaltet das Unternehmen Informationstage wie zuletzt
Anfang Oktober zur Armprothetik. Hier konnten Betroffene und Fachleute
nicht nur eine Live-Demonstration der am Forschungszentrum Karlsruhe
entwickelten Hand erleben, sondern sich auch über das gesamte Spektrum
armprothetischer Versorgungen umfassend informieren.

"Auch in der
Reha-Technik sind wir stark und deshalb in vielen Einrichtungen für
Körperbehinderte in ganz Baden-Württemberg vertreten", berichtet Klaus
Fischer. Bei Sitzschalenversorgungen für Kinder setzen die Tüftler von
Brillinger zum Beispiel eine atmungsaktive Klimamembran ein, wie sie
auch für die Bezüge in hochwertigen Autos verwendet wird.
"Wir pochen auf Leistung und Qualität", sagt Stefan Schreiner, der als
Betriebswirtschaftler im siebenköpfigen Geschäftsleitungsteam unter
anderem für das Qualitätsmanagement und den Dialog mit den Kostenträgern
zuständig ist. Beides gehört für den 41-Jährigen zusammen:
"Qualitätsarbeit sollte adäquat honoriert werden, aber dazu muss man sie
auch nachweisen können".
Deshalb ist man bei Brillinger stolz auf die
regelmäßige Zertifizierung des Qualitätsmanagements nach DIN EN ISO
9000.2000 und DIN EN ISO 13485:2003. Die Fertigung im Rahmen von geregelten und kontrollierten
Prozessen ist aber nicht nur für die Kostenträger transparent und
vorteilhaft. "Bei uns kann sich auch jeder Kunde darauf verlassen, eine
geprüfte und nach den Regeln der Kunst erbrachte Leistung zu erhalten",
freut sich Stefan Schreiner.
Weil
sich der gute Ruf von Brillinger
Orthopädie herumgesprochen hat, kommen viele Menschen mit Handicap aus
ganz Deutschland, dem europäischen Ausland und sogar aus Übersee nach
Tübingen, um sich individuell versorgen zu lassen. Das Unternehmen ist
darauf eingestellt, kooperiert mit einem nahe gelegenen Hotel, in dem
die Kunden komfortabel untergebracht werden können, und bietet sogar
kostenlosen Transfer sowie von Zeit zu Zeit Sightseeing-Touren an.
Zum Magneten für amputierte Anwender ist Brillinger auch durch die
Fertigung von ästhetisch perfekten Silikonprothesen geworden. Wahre
Kunstwerke liegen auf den Arbeitsflächen in der Silikonwerkstatt:
Vorfußprothesen, Finger- und Handprothesen sind mit feinsten Details wie
Pigmentierungen, Schattierungen und nachgebildeten Adern versehen.
Angezogen wirken die Körperersatzstücke frappierend echt, sodass optisch
nahezu kein Unterschied zum angrenzenden Gewebe zu erkennen ist.
Erreicht wird dieser Effekt, indem hauchfeine Schichten
unterschiedlicher Silikonmischungen übereinander aufs Modell gelegt
werden. "Das ist die beste Option", sagt Jochen Steil, Leiter des
Silikonlabors bei Brillinger. "Ansonsten werden häufig nur die
Oberflächen eingefärbt, aber die Farbe platzt dann bald ab und das
Hilfsmittel wird unansehnlich.
Der Orthopädietechniker arbeitet zusammen
mit drei gelernten Zahntechnikern in der in der Silikonwerkstatt, in der
stets eine konstante Raumtemperatur von 16 Grad Celsius herrschen muss,
damit der empfindliche Werkstoff nicht zu schnell aushärtet. Stundenlang
sind die Künstler damit beschäftigt, täuschend echte Fingernägel auf die
Kuppen zu modellieren. "Unsere lackierbaren Acrylnägel finden natürlich
vor allem bei der Damenwelt Anklang", berichtet Jochen Steil.
Ästhetischen Fragen haben sich auch Klaus Fischer und seine Frau Ingrid,
als gelernte Juristin ebenfalls Mitglied in der Geschäftsleitung,
verschrieben.
Beide sind Architekturfreaks und haben ihre Vision von
einem modernen Gesundheitshaus mit dem Neubau der Firmenzentrale im
Ökologisch orientierten Handwerker-Park von Tübingen verwirklichen
können.
Auf mehr als 5.000 Quadratmetern entstand hier ein
Musterbeispiel funktioneller und transparenter Industriearchitektur, das
von einer riesigen Fensterfront und dem dominanten Tonnendach geprägt
wird. Der luftige Charakter setzt sich im Gebäude fort.
Hier wurden zusammen mit Innenarchitektin Elke Park, die sich auf die
Gestaltung von Sanitätshäusern spezialisiert hat, flexible Strukturen
geschaffen.
So gehen etwa die Schaufenster fließend in die Verkaufsräume
über, für intime Produktbereiche wie Homecare oder Brustprothetik wurden
abgeschirmte Beratungsinseln geschaffen, den Wellness-Sektor schmückt
eine Galerie mit Meisterwerken der Prothesentechnik, die Dekoration
wirkt erfrischend und macht neugierig.
"Durch das modulare Raumkonzept
haben wir die Möglichkeit, alle Flächen zu verändern und immer wieder
neu zu gestalten", berichtet Elke Park. "Das angestaubte Image des
Sanitätshauses früherer Zeiten haben wir damit weit hinter uns
gelassen."
Einen ästhetischen Selbstzweck soll das alles natürlich nicht erfüllen.
"Wir wollten eine Atmosphäre schaffen, in der sich unsere Kunden, die
manchmal mehrere Tage lang im Haus sind, richtig wohl fühlen können",
betont Klaus Fischer. Und der Teamplayer fügt hinzu: "Das gilt natürlich
auch für unsere Mitarbeiter, denn nur ein zufriedener Mitarbeiter kann
die Kunden auch wirklich begeistern."
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Erfahrungsbericht DynamicArm
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Quelle: Orthopädie-Technik 4/06
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Als Leistungserbringer mit jahrelanger Erfahrung im Bereich der oberen Extremität wurde uns von der Firma Otto Bock die Möglichkeit gegeben, an der nunmehr einjährigen Phase der kontrollierten Markteinführung des
DynamicArmes mitzuwirken. Die Teilnahme am ersten
DynamicArm-Zertifizierungsseminar war für uns ein besonderer Ansporn, Meinungen und Rückschlüsse aus der Praxis in das Produkt einfließen zu lassen und bisherige Ergebnisse zu reflektieren.
Lieferumfang
Der DynamicArm (Abb. 1) wird als Versorgungspaket geliefert. Im Lieferumfang beinhaltet sind der Ellbogen mit integriertem Akku, die Aufbauhilfe sowie der Eingussring und Kleinteile. Die erforderliche Elektronik ist vollständig im Ellbogenpassteil eingebettet. |

Abb. 1 Ansicht des DynamicArms.
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Abb. 2 Das Schaftsystem soll unter anderem eine hohe
Bewegungsfreiheit im Schultergelenk gewährleisten.
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Technik
Der DynamicArm wird über mehrere Motoren und Sensoren gesteuert, die über den so genannten Axon-Bus miteinander kommunizieren. Die Ansteuerung erfolgt wahlweise über Elektroden, digitale Schalter oder
Linear-Steuerungselemente. Letztere arbeiten in demselben variablen Spannungsbereich wie Elektroden. Somit können auch Patienten mit geringem und sogar gänzlich ohne Muskelaktionspotential die Möglichkeiten des DynamicArms nutzen.
Die Vorteile eines elektrisch betriebenen Ellbogengelenkes können jedoch nur durch ein entsprechend gestaltetes Schaftsystem nutzbar werden. Die Forderungen an ein solches Schaftsystem erscheinen banal, sind aber von elementarer Bedeutung (Abb. 2): |
Anforderungen an das Schaftsystem:
- Rotationsstabilität
- Minimierung der Stumpf-Schaft-Pseudarthrose
- Gute Kräfteaufnahme und -verteilung
- Bewegungsfreiheit im Schultergelenk
- Hoher Tragekomfort.
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Im Hause Brillinger hat sich bei Armstümpfen die Versorgung mit individuellen Linern als Mittel der Wahl erwiesen (Abb. 3). Auch komplexe Stumpfsituationen lassen sich durch Maßanfertigungen optimal abbilden und einfassen.
Maßliner erweitern den Bewegungsumfang, weil auf eine Schultereinfassung verzichtet werden kann. Weiterhin kann auf Bandagen, welche die Bewegung der kontralateralen Seite beeinträchtigen, verzichtet werden.
Durch verschiedene, ausgeklügelte Verschlussmechaniken kann die Aufbauhöhe sehr kurz gehalten werden. |

Abb. 3 Zur individuellen Versorgung von Armstümpfen
steht inzwischen eine Palette von Linern zur Verfügung.
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Software
Analog zur Komplexität eines vollelektrischen Ellbogens bietet die Software alle Möglichkeiten, die einzelnen Modi einzustellen und zur Optimierung bzw. individuellen Anpassung zu manipulieren. Eine vorausgehende intensive Schulung in Verbindung mit der Zertifizierung des Technikers bzgl. dieses Systems ist notwendig und unumgänglich. Die Installation sollte durch einen erfahrenen Computer-Spezialisten erfolgen. Besonders dann, wenn auf dem gleichen Gerät noch die C-Leg-Software betrieben wird, kam es in der Vergangenheit immer wieder zu ärgerlichen Datenbankproblemen. Laut Angaben des Herstellers wurde hier jedoch nachgebessert, der Fehler soll in der aktuellen Version behoben sein.
Praxis
Im Hause Brillinger Orthopädie werden alle gängigen und bewährten Systeme von elektrischen Ellbogen verbaut, dadurch können wir zur Beurteilung aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz schöpfen.
Mit mehreren ausgelieferten DynamicArm-Systemen und entsprechenden kundenseitigen Rückmeldungen ergab sich bislang das folgende Bild:
Was sofort angenehm auffällt, ist die geringe Aufbauhöhe, die das System zur ersten Wahl für
Oberarm-Langstumpfversorgungen werden lässt. Die Umsetzung der
Muskelaktionspotenziale erfolgt sehr schnell und sehr präzise. Das Bewegungsbild ist dabei insgesamt harmonisch.
Weiterhin bemerkenswert ist die geringe Lautstärke im Betrieb, ein Kriterium, dem von Kundenseite hohe Priorität beigemessen wird. Die kosmetische und konstruktive
Gestaltung entspricht der des Ergo-Armes. Die Hebekraft des Systems beträgt ca. sechs Kilogramm - unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen ein überaus praxistauglicher Wert.
Dass in Verbindung mit anderen Otto Bock Systemkomponenten keinerlei Probleme auftraten, versteht sich von selbst.
Das erste Jahr im Praxistest zeigte Licht und Schatten, speziell das System mit der "Seriennummer
1" entsprach nicht den Erwartungen. Probleme mit der Elektronik, mit der Ansteuerung oder diffuse, allgemeine Schwierigkeiten traten häufiger auf, was letztendlich zum Austausch des kompletten Systems führte. Zur Ehrenrettung sei jedoch gesagt, dass die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Herstellers diesbezüglich erhebliche Anstrengungen unternommen hat, um die Fehlerquellen zu eliminieren und Praxisrückmeldungen erfreulich schnell den Weg in das Produkt gefunden haben. Im weiteren Verlauf der Auslieferungen waren somit nachhaltige Verbesserungen erkennbar. Derzeit funktionieren alle ausgelieferten Systeme seit nunmehr längerer Zeit störungsfrei und zuverlässig.
Einen Grund zur Kritik gibt noch die derzeitige Positionierung des Ein-/Aus-Schalters, der ein Betätigen in maximaler Beugung nicht zulässt. Dieses Problem ist dem Hersteller bekannt. An einer Lösung wird gearbeitet.
Im Laufe der späteren Serienreife sollte der Hersteller die Bereitstellung von Servicegelenken erwägen. Zum einen wird es für einen Prothesenträger ein großer Verlust sein, auf seinen Ellbogen im Service- oder Reparaturfall verzichten zu müssen. Zum anderen könnte bei Neuversorgungen dem Kostenträger zeitnah und objektiv die Eignung für ein solches System nachgewiesen werden.
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Abb. 4 Mit dem DynamicArm versorgter Patient
bei ergotherapeutschen Übungen
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Als bundesdeutsches Novum wird bei Brillinger die Verbindung von Therapie und Technik praktiziert. Durch die eigene
Ergotherapiezulassung im Hause und die enge Verzahnung der Fachabteilungen wird bereits im Rahmen der Probeversorgung das komplexe Produkt Armprothese durch einen ausgebildeten und erfahrenen
Ergotherapeuten intensiv geübt (Abb. 4). Bevor der Patient mit der Probeprothese die Firma verlässt, werden bereits die ersten Einheiten
Ergotherapie durchgeführt. Dies gewährleistet, dass eventuell erforderliche Änderungen sowohl am Schaftsystem als auch in der Software- bzw. der Elektrodenabstimmung durchgeführt werden können, um die Gegebenheiten des persönlichen Umfeldes adäquat zu würdigen.
Die Resultate münden in eine erfolgreiche Anpassung der Prothese an die Wünsche und Vorstellungen des Prothesenträgers. Die Chance, dass eine solche Prothese tatsächlich getragen wird und nicht im Schrank landet, steigt dadurch exponentiell. |
Support
Der Support befindet sich auf dem anerkannt hohen Otto-Bock Niveau. In Anbetracht der Tatsache, dass es sich um ein Produkt in der Phase der kontrollierten Markteinführung handelt, laufen
sämtliche Kontakte derzeit über das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Wien. Bei allen Anfragen waren kompetente Ansprechpartner vor Ort. Die Problemlösung erfolgte in der Regel zügig. Die speziell in der Anfangszeit notwendigen Austauschsysteme trafen jederzeit termingerecht ein.
Fazit
Bei Weiterführung des bisherigen Entwicklungsaufwandes ist der DynamicArm auf dem besten Weg, die Zuverlässigkeit eines C-Leg zu erreichen. Momentan liegt das
Konkurrenzprodukt aus den Vereinigten Staaten diesbezüglich noch leicht in Führung. Wenn zudem noch die Lieferzeit bei Neubestellungen verkürzt wird, steht einem Erfolg im Markt wohl nichts mehr im Weg.
Für die Autoren: Stefan Schreiner - Brillinger GmbH & Co. KG |
Handwerkliches Geschick und Einfühlungsvermögen
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Unterschiedliche orthopädische Hilfsmittel werden von
Orthopädietechnikern und Bandagisten gefertigt und angepasst
Quelle: Schwäbisches Tagblatt, Sonderbeilage vom
15.02.2006
Nadine Bendix (22, Abb. rechts) ist Gesellin im Berufszweig Orthopädietechniker und Bandagist, Sandra Kundlatsch
(20, Abb. unten links) Auszubildende im vierten Lehrjahr - beide bei der Tübinger Firma Brillinger, Orthopädie- und Rehatechnik.
Nadine Bendix und Sandra Kundlatsch kamen beide über persönliche Erfahrungen zu ihrem Ausbildungsberuf: Nadine durch ihre eigenen Erfahrungen als Skoliose-Patientin, Sandra durch ihre Oma, die ebenfalls Orthopädiepatientin ist.
Nadine wie auch Sandra absolvierten jeweils ein Praktikum, bevor sie sich erfolgreich um einen Ausbildungsplatz bei der Firma Brillinger bewarben.
Orthopädietechniker und Bandagisten fertigen, warten und reparieren unterschiedliche orthopädische Hilfsmittel: von Schuheinlagen für Problemfüße über Stützkorsetts bis hin zu Orthesen und Prothesen - alles individuell auf den Patienten angepasst. |

Nadine Bendix beschleift ein Oberschenkel-Modell
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Zu Beginn der Ausbildung stand die Vermittlung von Grundkenntnissen in der Anatomie, der Metallbearbeitung sowie das Nähen von Hand und mit der Maschine. Im Lauf der Zeit übernahmen beide zunächst Kleinarbeiten und mit zunehmender Erfahrung auch selbständige Auftragsarbeiten für Kunden.
"Man sollte viel handwerkliches Geschick mitbringen und mit Menschen umgehen können", meint Nadine. "Der Kontakt mit Patienten zum einen und der Einsatz der unterschiedlichsten Materialien zum anderen macht die Aufgabe sehr abwechslungsreich", fügt Sandra hinzu.
Was beiden gefällt, ist das gute Arbeitsklima: "Wir sind ein recht junges Team. Und wir finden immer einen Ansprechpartner - auch bei der Geschäftsleitung: Wir dürfen jederzeit anklopfen". Nadine und Sandra sind sich einig, dass sie mit ihrer Ausbildung die richtige Entscheidung getroffen haben. Auch wenn in diesem Ausbildungsberuf die Männer überwiegen - er ist ebenso für Frauen geeignet. "Viele Patientinnen legen Wert darauf, von einer Frau betreut zu werden: beispielsweise bei der Anpassung eines Stützmieders.
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Sandra Kundlatsch und Ausbildungsmeister Thomas Reinhardt an einem Gipsmodell
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Auch für muslimische Patientinnen ist es von großer Bedeutung", betont Nadine. Mit kranken oder behinderten Menschen umzugehen, erfordert Geduld und Einfühlungsvermögen.
Die Patienten sind oft auf einem persönlichen Tiefpunkt - beispielsweise nach einer Amputation. Nadine und Sandra sind sich des Stellenwertes ihrer Aufgabe bewusst: "Wir können diesen Menschen helfen, ihre Mobilität zurückzugewinnen." Dennoch: "Wir erleben viele traurige Geschichten, da ist es wichtig, in der Freizeit einen Ausgleich zu schaffen."
Die Perspektiven für Orthopädietechniker und Bandagisten sind gut. Da es Kranke und Hilfsbedürftige immer geben wird, werden auch in Zukunft qualifizierte Fachkräfte gebraucht.
Auch bei Brillinger: "Die Stärke unseres Hauses sind kompetente Mitarbeiter. Die Herstellung von orthopädischen Hilfsmitteln ist kompliziert und erfordert technische sowie handwerkliche Fähigkeiten, medizinische Kenntnisse und Einfühlungsvermögen. Wir bilden laufend aus, um immer qualifizierten Nachwuchs zu bekommen", erklärt Ingrid Fischer von der Brillinger-Geschäftsleitung."
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Eine Untersuchung am Universitätsklinikum Tübingen. Lesen
Sie hier einen kurzen Auszug.
Inga Krauss; Annette Bendig; Prof. Dr. med. T. Horstmann
Immer mehr Menschen leiden an degenerativen Gelenkerkrankungen wie beispielsweise Arthrose am Hüftgelenk. Durch die Beschwerdesymptomatik kommt es zu einer
eingeschränkten Beweglichkeit, zu Schwierigkeiten mit der Stand- und Gangsicherheit und zu einer Verminderung der Lebensqualität nicht zuletzt aufgrund der auftretenden Schmerzen.
Zahlreiche Therapieangebote sollen die Beschwerden lindern und einen künstlichen Gelenkersatz hinauszögern. Aber auch der bereits operierte Patient muss mit den oben genannten
Schwierigkeiten zurecht kommen. Der MBT verspricht Linderungen in vielen der genannten Bereiche. Inwiefern er diesem
Anspruch tatsächlich gerecht wird, sollte in einer Untersuchung an der Sportmedizin Tübingen näher unter die Lupe genommen werden. Verschiedene Tests zur Beweglichkeit,
Koordinationsfähigkeit und Kraftausdauer sowie Fragebögen zur Erfassung der Schmerzen und der
gesundheitsbezogenen Lebensqualität sollten diese Fragestellung beantworten.
Masai Barfuss Technologie (MBT) Die Masai Barfuss Technologie hat sich das kenianische Naturvolk der Massai zum Vorbild gemacht. Diese laufen aufrecht, federnd, mit kleinen Schritten und barfuß – durch Feld, Wald und Flur. Durch dieses aktive Gehen wird die Muskulatur trainiert. Dadurch wird der
Bewegungsapparat gekräftigt und die Gelenke geschont. Der MBT soll dieses natürliche Gehen auch in einer Umgebung möglich machen, die durch ebene und harte Untergründe gekennzeichnet ist. Die europäische Bevölkerung leidet
zunehmend an Bewegungsmangel, die zu verrichtende Arbeit ist häufig durch einseitige
Belastungen gekennzeichnet, wie beispielsweise Sitzen oder langes Stehen mit monotonen
Bewegungsabläufen. Die Muskulatur verkümmert, die Haltung verschlechtert sich und degenerative Gelenkerkrankungen sind häufig die Folge. Der MBT soll hier Abhilfe schaffen. Durch seine besondere Sohlenkonstruktion suggeriert er dem Träger einen unebenen Untergrund, der ein aktives Gehen erforderlich macht. Der MBT enthält keinerlei Führungselemente, dafür jedoch ein weiches Fersenkissen und eine Anrollkante, über die der Träger abrollen soll. Die Fußmuskulatur muss diese Instabilität aktiv ausgleichen. Das Gehen mit dem MBT ist mit einem Haltungskonzept verbunden. Neben einer sehr
aufrechten Körperhaltung beim Gehen soll auf einen Stemm- und Fallschritt verzichtet werden. Viele Menschen machen beim
Laufen sehr große Schritte und fangen diese beim Fersenaufsatz nicht aktiv auf. Beim Gehen mit dem MBT soll der Schritt
aktiv nahe am Körperschwerpunkt aufgesetzt werden. Anschließend wird der Schritt weit nach hinten gezogen, dadurch soll die Hüftstreckung betont werden. Das Gehen mit dem MBT muss erlernt werden, häufig ist eine Umstellung des herkömmlichen Gangbilds notwendig. Hierfür bietet die Herstellerfirma Einführungsveranstaltungen und Fortbildungsprogramme an, bei denen man den Umgang mit dem MBT erlernen kann. Das Tragen des MBT soll laut Hersteller viele positive Folgen haben. So wirbt die Firma mit dem Slogan: Mit jedem Schritt fitter, gesünder, schöner, schneller, stärker… Die Gelenke sollen entlastet werden, die Schmerzen gelindert, die Haltung verbessert und die Muskulatur gekräftigt werden.
Zielsetzung der Studie Die vom Hersteller genannten Vorteile des MBT sollten im Rahmen einer Untersuchung an der Med. Klinik und Poliklinik, Abteilung Sportmedizin, überprüft werden. Anlass hierzu waren positive Berichte von Patienten, die an einer Hüftarthrose erkrankt waren. Ziel der Untersuchung war es, die Wirkung einer 10-wöchigen Trainingsintervention mit dem MBT in Hinblick auf Schmerzen, Lebensqualität, Kraft, Gleichgewicht und Beweglichkeit zu überprüfen.
Studiendesign

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Im Rahmen einer Eingangsuntersuchung wurden die Probanden zunächst über das
Studienvorhaben informiert und konnten in diesem Zusammenhang ihr schriftliches Einverständnis zur Teilnahme geben. Im Anschluss folgten eine Anamnese und eine klinische Untersuchung, bei der neben einem Ruheechokardiogramm auch eine Belastungsergometrie auf dem
Laufband durchgeführt wurde. Hierbei mussten die Teilnehmer bei einer Geschwindigkeit von 5 km/h jeweils drei Minuten gehen, die Steigung des Laufbandes wurde stufenweise um 2,5 % erhöht. Der Belastungsabbruch erfolgte, sobald der Proband subjektiv ausbelastet war bzw. Unwohlsein oder Schmerzen auftraten. Während der Belastung wurde ein EKG
aufgezeichnet. Da im Rahmen des MBT-Trainings auch ausdauerorientiertes Geh- und Lauftraining durchgeführt werden sollte, wurde eine hinreichende Belastungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems als Einschlusskriterium festgelegt. Bei vorliegenden Auffälligkeiten wurden die Teilnehmer ausgeschlossen und die Empfehlung für eine internistische Untersuchung
ausgesprochen. Am Messtag eins wurden Tests zur Überprüfung des statischen und dynamischen
Gleichgewichts, der Gangsicherheit, der Beweglichkeit und der Kraftausdauer durchgeführt. Darüber hinaus sollten die Probanden einen Schmerzfragebogen (in Anlehnung an Merle d` Aubigne) und einen Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF36) ausfüllen. Anschließend wurden die Teilnehmer randomisiert einer Gruppe zugeteilt. Während die
Trainingsgruppe in den folgenden 10 Wochen einmal wöchentlich am MBT-Training teilnehmen und während dieser Zeit den MBT auch zuhause tragen sollte, wurde bei der Kontrollgruppe keinerlei Intervention vorgenommen. Schmerzen und Training wurden mit Hilfe eines
Tagebuches während dieser Zeit täglich von den Probanden dokumentiert.
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Zusammenfassung
Während es in der vorliegenden Untersuchung durch eine 10-wöchige Trainingsintervention zu keiner Verbesserung der Kraft, Beweglichkeit und der Gehgeschwindigkeit kam, konnten vor allem im Bereich der koordinativen Fähigkeiten Fortschritte erzielt werden. Darüber hinaus reduzierten sich die Schmerzen in der Trainingsgruppe in allen Lebensberei-chen, die gesundheitsbezogene Lebensqualität konnte zudem deutlich verbessert werden. Der MBT scheint bei zielgerichtetem Gebrauch in der Lage zu sein, Patienten mit Arthrose am Hüftgelenk bzw. bereits implantiertem Gelenkersatz bei der Therapie zu unterstützen. Dies bezieht sich vor allem auf die koordinativen Fähigkeiten, die Reduktion der Schmerzen und die Verbesserung der Lebensqualität.
Diesen
Bericht können Sie sich hier herunterladen:
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Zweiter Bundessieger 2004
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Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung
An den bundesweiten Endausscheidungen des Praktischen
Leistungsnachweises (PLW) 2004 - den Deutschen Meisterschaften junger Gesellen/innen - haben sich 842 Landessieger in ihrem fachlichen Können gemessen. In 132 Wettbewerbsberufen fanden die Ausscheidungen statt. Insgesamt haben 266 junge Handwerker einen der begehrten Plätze in den drei Siegerkategorien erreicht. Insgesamt beteiligten sich mehrere Tausend Handwerker/innen bis 23 Jahre auf Kammerebene, Landesebene und Bundesebene am PLW 2004. Träger des Wettbewerbs sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk.
Christian Tausch erreichte als Orthopädieschuhmacher einen zweiten
Platz in der Bundeswertung und Platz 9 in der Gesamtwertung. Herzlichen
Glückwunsch
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Venenkompetenz-Zentrum in Reutlingen-Betzingen
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Reutlinger Nachrichten 14.02.2004
Brillinger-Orthopädie ist seit über einem Jahrzehnt mit seinem
Reha-Vital-Zentrum am bewährten Standort Reutlingen-Betzingen vertreten.
Im Herbst letzten Jahres wurden die Verkaufs- und Beratungsräume
renoviert und neu gestaltet. In angenehmer Atmosphäre werden alle Hilfs-
und Pflegemittel übersichtlich präsentiert. Zum Sortiment gehören neben
einer großen Auswahl von Rollstühlen auch Rollatoren und Gehilfen,
Pflegebetten, druckentlastende Matratzen, Inkontinenz-Artikel und viele
andere Hilfsmittel, die die Pflege zu Hause oder im Heim erleichtern und
für den Patienten von Nutzen sind, können hier in Ruhe ausgesucht
werden. Badewannen-Lifter oder -Sitze, Toilettenstühle,
Toilettensitzerhöhung, Duschhocker und andere Badehilfen ergänzen die
über 400 Quadratmeter Hilfsmittel-Ausstellung. Im Mittelpunkt steht der
Mensch und die für ihn sinnvolle Versorgung mit den entsprechenden
Hilfsmittel zur Erhaltung seiner Mobilität und Unabhängigkeit. Um
Kosten im Gesundheitswesen einzusparen, werden viele Hilfsmittel, nachdem
sie unter strengsten hygienischen Kriterien gereinigt und gewartet worden
sind, wieder eingesetzt. Diese Arbeiten sowie Reparaturen oder
Maßanfertigen werden alle vor Ort in der 800 Quadratmeter großen Werkstatt
durchgeführt. Aufgrund der großen Lagerkapazität stehen die
erforderlichen Hilfsmittel zur Verfügung und können schnell ausgeliefert
werden. Mit der Renovierung kam ein modernes, bereits zertifiziertes
Venenkompetenz-Zentrum nach Reutlingen. Hier werden nach Absprache mit dem
Arzt Kompressionsstrümpfe angemessen. Ebenso werden Spezialversorgungen bei
Lymphödem kompetent ausgeführt. Auch das Anlegen einer geeigneten Bandage
nach einem Sportunfall ist hier kein Problem. Hinzugekommen ist noch die
Betreuung nach Brustoperation. Diskret und einfühlsam berät und versorgt
eine erfahrene Mitarbeiterin. Darüber hinaus werden Fußabdrücke für
Einlagen, die im Tübinger Stammhaus gefertigt werden, hier in Reutlingen
genommen. Insgesamt stehen der Bereichsleiterin Tanja Kutzner 15
kompetente Mitarbeiter/innen zur Seite: qualifizierte Fachberater/innen und
Reha-Techniker. Der enge Kontakt und Erfahrungsaustausch mit dem Stammhaus
Brillinger-Orthopädie in Tübingen, das vom Inhaber Klaus Fischer und
seiner Frau Ingrid geführt wird, ist für die Patienten von großem
Interesse. Insgesamt sind im Unternehmen 132 Mitarbeiter/innen beschäftigt.
Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kliniken und Reha-Einrichtungen, mit
Ärzten und Therapeuten gewährleistet eine gute Versorgung und Betreuung
der Patienten.
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Die Prothese beginnt schon beim Fingernagel
Die Orthopädie-Techniker des Sanitätshauses Brillinger arbeiten mit
Carbonfasern, Silikon und
High-Tech-Gelenken
Quelle: Tübingen (wog) Schwäbisches Tagblatt vom 10. Juli 2003
Längst vorbei die Zeiten, als Prothesen klumpige Gebilde aus Leder, Stahl und Holz waren. Künstliche Hände und Füße aus den Werkstätten des Tübinger Sanitätshauses Brillinger sehen heute fast genau so aus wie die echten. Fitzelig ist dabei die Arbeit der Silikontechniker. 50 Arbeitsstunden für eine Hand - vom Fingernagel bis zur täuschend echten Behaarung - sind da keine Seltenheit.
"Man muss darauf achten, dass es den Patienten nicht zu kalt ist", sagt Jochen
Steil. Denn sonst wird deren Haut grünblau. Verheerend, wenn man die Farbabstimmung macht. Kalt könnte einem aber schon werden in der Silikonwerkstatt bei Brillinger.
Fast schon kühle 16 Grad hat es da, weil sonst das Material zu vulkanisieren beginnt. Und doch tragen Jochen Steil und Rolf Rein zwischen vier und zehn Silikonfarbschichten auf eine Prothese auf, um den richtigen Hautton des Kunden zu treffen. Eigentlich sind sie ja gelernte Zahntechniker. Eine Arbeit, die "viel Fitzeln erfordert", so Steil. Und fitzeln müssen sie auch jetzt.
"Allein für die Fingernägel sind zehn Stunden weg", sagt Steil. Für die notwendige Tiefenwirkung muss Schicht auf Schicht gepackt werden. Bis der Acryllack draufkommt. Und der kann sogar lackiert werden: "Für die Damen ein wichtiger Punkt." Hier ist das Künstlerische gefragt. Bei Prothesen geht es aber vor allem um den Tragekomfort und die Funktionalität. Das Schwierigste an seinem Job sei immer noch, bei einer Bein- und Fußprothese die adäquate Passform hinzukriegen.
Innovation aus den USA
Orthopädie-Technik, das ist bei dem Tübinger Sanitätshaus Brillinger mit seiner hundertjährigen Firmengeschichte heute die tragende Säule im Geschäftsaufkommen neben Reha- und Schuhtechnik, Sanitätsbedarf und Fitness-Utensilien. An die 400 Bein- und fast eben so viele Hand-Prothesen sowie -Orthesen im Jahr werden seit 1998 im Handwerkerpark hergestellt. Seit Klaus Fischer Ende der Siebziger die Geschäftsleitung übernommen hat, gab es einen gewaltigen Innovationsschub. Aus den USA hat Fischer von 1984 an neue Materialien aus der Luft- und Raumfahrt importiert. Silikon ("einer der sensationellsten Werkstoffen"), biomechanisch ausgereifte Gelenke und Hochleistungsfaser-Verbundstoffe, von denen damals die hiesigen Orthopädietechniker bloß träumen konnten. "Handwerklich gut aber konservativ", lautet Fischers Urteil über den Stand seines Gewerbes vor 20 Jahren.
Heute dagegen gibt es Hilfsmittel wie die myoelektrische, mikroprozessorgesteuerte Hand, die über Elektroden von der Restmuskulatur Signale im Bereich von Millionstel Bruchteilen eines Volts empfängt und sich so steuern lässt. Oder das
"C-Leg", ein computergesteuertes Bein "für den aktiven Läufer". Mit 20.000 Euro zwar nicht ganz billig, aber dafür ein fast vollkommener Beinersatz, für den freilich nicht jeder in Frage kommt. Es wäre sicher unvernünftig, einem
90-jährigen, der nur noch in der Wohnung herum läuft, ein computergesteuertes Bein zu verordnen", sagt Fischer. Hilfsmittelberater von den Krankenkassen stufen deshalb den jeweiligen Bedarf ein.
Von den insgesamt 130 Angestellten sind bei Brillinger allein fünf Techniker für die Spezialanfertigung
von Armprothesen zuständig. "Wir bekommen bundesweit Patienten zugewiesen", so Fischer. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Tübinger Kliniken - zwei Mitarbeiter sind immer vor Ort - werden Patienten schon früh individuell beraten, mit Test-Hilfsmitteln zwischenzeitlich versorgt und ergotherapeutisch behandelt. Denn auch wenn die Einzelteile aus aller Welt kommen: Entscheidend ist, was der Techniker daraus macht", findet Fischer.
Wenn klinisch amputiert werden muss, dann in 80 Prozent der Fälle an den unteren Extremitäten, sprich den Beinen. Schuld daran ist in zwei Drittel aller Fälle Diabetes. Eine Zivilisationskrankheit, die auch den so genannten diabetischen Fuß mitverschuldet. Bei Brillinger begegnet man diesem Phänomen seit
viereinhalb Jahren mit einer zehn Mann starken Abteilung für orthopädische Schuhtechnik. Auf der Grundlage elektronischer Druckmessungen werden Schuhe zugerichtet - und vor allem auch nachgebessert. Denn, so Fischer:" Der diabetische Fuß verändert sich." Und ist deshalb eine besondere Herausforderung.
Krücken auf Lager
Was aber passiert mit den Hilfsmitteln, die nur zeitweise gebraucht werden? Rollstühle, Krücken, Krankenbetten? Bei Brillinger ist ein ganzer Lagerraum voll damit. Aufbereitet warten diese darauf, nachgefragt und zum Beispiel nach Hamburg gebracht zu werden. Denn Brillinger hat bundesweit Verträge mit fast allen Krankenkassen. In einem zentralen Datensystem gespeichert, können die Hilfsmittel angefordert werden.. "Kostendämpfung hat natürlich Priorität", sagt Klaus Fischer.
Prothese - Orthese
Prothesen sind orthopädische Hilfsmittel die menschliche Glieder vollständig ersetzen. Orthesen dagegen sind Hilfsmittel, die die Funktion von Muskeln und Bändern
unterstützen, Gelenke führen, stabilisieren und korrigierend wirken.
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MTD 9/2003 Seite25 ff. (www.mtd.de)
"Bonner Venenstudie" 2003
Mit der "Bonner Venenstudie" hat die Deutsche Gesellschaft
für Phlebologie ermittelt, wie weit chronische Venenleiden in der
erwachsenen deutschen Durchschnittsbevölkerung verbreitet sind.
Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Neun von zehn
Erwachsenen haben Veränderungen an ihrem Venensystem - angefangen bei
leichten Veränderungen wie etwa Besenreisern bis hin zum schwersten
Stadium der chronischen Venenerkrankung, dem Unterschenkelgeschwür Ulcus
cruris. Finanziert wurde die Studie mit Mitteln des Bundesministeriums
für Gesundheit und Soziale Sicherung und der Deutschen Gesellschaft für
Phlebologie. Zu den weiteren Unterstützern zählen die Eurocom, der
europäische Verband für Kompressionstherapie, und der
Bundesinnungsverband für Orthopädietechnik.
Aus älteren wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass
Venenleiden zu den am weitesten verbreiteten Krankheiten in der deutschen
Bevölkerung zählen - zuletzt ist das in einer unter dem Namen
"Tübinger Studie" veröffentlichten Untersuchung aus dem Jahr
1979 belegt.
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Venenleiden bei 30 Prozent der Jugendlichen
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MTD 9/2003 Seite 28 ff. (www.mtd.de)
Die Anzahl der Jugendlichen, die Veränderungen an den Beinvenen
aufweisen, hat in den letzten Jahren zugenommen.
Zurzeit geht man davon aus, dass 30 Prozent der Jugendlichen davon
betroffen sind. In vielen Fällen äußert sich das beginnende
Krampfaderleiden durch die Ausbildung von Besenreiserästchen (feinste
Erweiterungen der Haargefäße in der Haut). Diese stellen somit bei
Jugendlichen nicht nur eine ästhetische Störung dar, sondern können auf
später drohende Krampfaderleiden hinweisen.
Als Ursache für die vermehrt auftretenden Venenleiden bei Jugendlichen
kann man die ungünstige Lebensform ansehen mit zunehmendem
Bewegungsmangel und vermehrtem Sitzen vor dem Computer bzw. Fernseher. Da
den Krampfadern in der Regel eine Bindegewebsschwäche - zum Teil vererbt
- als tiefer liegende Ursache zu Grunde liegt, müssen diese Jugendlichen
damit rechnen, dass das Venenleiden zunehmen wird und dass sie evtl. zeit
ihres Lebens damit zu tun haben werden. Deshalb ist eine frühzeitige
Diagnostik und eine sehr früh einsetzende Beratung und ggf. Behandlung
von großer Bedeutung. Die Untersuchungs- und Behandlungstechniken sollten
dabei bei Jugendlichen einige Besonderheiten beinhalten.
Minimal-invasive Diagnostik
Es sollten nur minimal-invasive, d.h. völlig ungefährliche und nicht
belastende Methoden zum Einsatz kommen. Zu nennen sind hier
Ultraschalluntersuchungen in Form der Doppler- bzw. Farbduplextechnik, die
Lichtreflexionrheografie (eine optoelektronische Methode), ggf. ergänzt
durch die Venenverschluß-Plethysmografie (Blutvolumenmessung in den
Beinen). Durch all diese nicht belastenden und nicht schmerzenden sowie
völlig risikolosen Untersuchungen kann man auch im Frühstadium die
Situation eines erkrankten Venensystems sicher abklären.
Bewegung ist Trumpf
Die Beratung bzgl. der Lebensführung als auch besonders der Berufswahl
spielen eine eminent große Rolle. Venengünstige Lebensumstände sollten
gefördert und venenschädliche gemieden werden. Zu den venengünstigen
Maßnahmen sind zu rechnen:
- viel Bewegung, insbesondere Ausdauerbewegungen
- Power-Walking
- Joggen
- Fahrradfahren
- Heimtrainer
- Stepper
- Schwimmen
- Skilanglauf
- entsprechende Geräte etc.
3 S-/3 L-Regel
Schlecht sind Sitzen und Stehen. Lieber laufen und
liegen. Es heißt
also: Überflüssigen langes Sitzen und Stehen sollten vermieden werden.
Weitere vorbeugende bzw. therapeutische Maßnahmen sind:
- Kneipp'sche Anwendungen in Form von kalten Duschen
- frühzeitige Beachtung des Gewichtes mit Vermeidung von
Gewichtszunahme besonders an den Beinen
- regelmäßiger weicher Stuhlgang mit Vermeiden von Pressen
- kontinuierliche Maßnahmen zur Straffung des Bindegewebes durch
entsprechende Bewegungs- und Fitness-Übungen, evtl. auch im
Fitness-Studio
A-D Strümpfe tragen
Bei Beinbeschwerden in Form von Schwellungen, Spannungsgefühl,
Schmerzen sollten ggf. Kompressionsstrümpfe verordnet werden. In der
Regel reichen Strümpfe vom Vorfuß bis zum Knie (A-D, Kompressionsklasse
II). Diese Strümpfe brauchen nicht den ganzen Tag, sondern nur
stundenweise getragen zu werden, bei
Phasen langen Sitzens (in der Schule) oder bei langem Stehen.
Operation / Verödung
Falls Krampfadern behandelt werden müssen, so sollten auch hier
minimal-invasive d.h. absolut ungefährliche und risikolose bzw. im
höchsten Maße risikoarme Techniken zum Einsatz kommen:
- Minichirurgische Phlebektomie:
Hier werden bei Krampfadern nach Anlegen eines 2-3 mm großen
Hautstiches entfernt. Es handelt sich um ein sog. schnittfreies
Verfahren, welches im Idealfall ohne sichtbare Narbe verheilt.
- Isolierte Crossektomie ohne Stripping:
Verschluss eines ursächlichen Venenklappendefektes in der Leiste bzw.
Kniekehle, wobei möglichst die Stammvene erhalten werden sollte und
nur Astkrampfadern entfernt werden. Eine Stammvene ist ein potentiell
kostbares Organ und wird ggf. bei einer später erforderlichen
Bypass-Operation benötigt.
- Verödung / Lasern:
Gezielte Verödungsbehandlung mittelgroßer Krampfadern. Hierdurch
kommt es zu einem Verkleben der Krampfadern, so dass sie nicht mehr
nachweisbar sind. Manchmal kann aber ein harter kleiner Strang
zurückbleiben. Feinverödung von Besenreiserkrampfäderchen mit ggf.
Laser-Therapie der allerfeinsten Pinselfiguren.
- Nicht belastende Nachbehandlung mit Reduzierung der Zeit, in der
Kompressionsstrümpfe getragen werden müssen
- Frühzeitige Wiederaufnahme des normalen Alltagslebens (Schule,
Freizeit)
Frühzeitig aufklären
Ganz entscheidend ist die frühzeitige Aufklärung der jungen Patienten
über den chronischen Charakter ihres Leiden. Die Jugendlichen müssen
wissen, dass sie durch eine kontinuierliche venenbewusste Lebensführung
sowie durch eine kluge Berufswahl eine Voranschreiten des
Krankheitsleidens lange Zeit verzögern, bzw. dass sie nach einem
erfolgten Eingriff durch solche Maßnahmen eine wesentliche
Rezidivprophylaxe (Prophylaxe gegen das erneute Auftreten von
Krampfadern) vornehmen können.
Falls operative Maßnahmen
unumgänglich sind, so sollten diese mit größtmöglicher Sicherheit und
Risikolosigkeit vorgenommen werden. Es wäre fatal, wenn bei einem jungen
Patienten eine Komplikation eintreten würde, die dann zu einem evtl.
lebenslangen Dauerschaden führt. Die Auswahl eines routinierten und
erfahrenen Phlebologen bzw. phlebologisch orientierten Chirurgen ist somit
von überragender Bedeutung. |
Bandagen sind Alleskönner
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MTD 3/2003 (www.mtd.de)
Tina (19) erinnert sich noch gut. Mit ihrer Freundin Susi wanderte sie
Anfang August entlang des Bodensees.
Gut gelaunt und bester Dinge ging es über Stock und Stein. Ein
Plausch hier, ein nettes Foto da, einmal kurz nicht aufgepasst, und schon
war sie mit dem linken Fuß ungeknickt. Beim Auftreten quälten Tina
fortan starke Schmerzen, schon kurze Zeit später war der Knöchel dick
geschwollen. Statt romantischer Beach-Partys am Nachmittag stand erst mal
ein Arztbesuch auf dem Programm.
Bandagen lindern Schmerzen
Der Arzt verschrieb ihr sofort eine Bandage. Und das aus gutem Grunde,
bieten sie Betroffenen gerade bei leichten Verletzungen wie
Verstauchungen, Zerrungen oder Prellungen viele Vorteile.
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Schön fürs Auge, gesund fürs Bein
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MTD 3/2003 (www.mtd.de)
Bild: www.compressana.de
Petra
(26) steht als Fachverkäuferin jeden Tag mehrere Stunden in der
Boutique,
Janina (32) sitzt den ganzen Tag über im Büro am PC, Markus (43) ist
beruflich bedingt viel mit der Bahn oder dem Flugzeug unterwegs. Drei
Menschen, das gleiche Problem:
Ihre Beine fühlen sich abends schwer und müde an, manchmal sind sogar
die Knöchel geschwollen. Alles Warnsignale, die auf Blutstau in den
Beinen infolge überlasteten Venen hindeuten.
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Prothese gegen Phantomschmerz
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23.08.01 (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Steuerung über Muskeln / Keine Umstrukturierung im Gehirn
Nach Amputationen kommt es oft zu dem merkwürdigen Phänomen, dass die nicht
mehr vorhandenen Gliedmaßen zu schmerzen scheinen. Viele Patienten empfinden
diesen Phantomschmerz als außerordentlich belastend. Vor einigen Jahren hat
man erste Hinweise darauf gefunden, dass sich die Beschwerden durch den
intensiven Gebrauch einer myoelektrischen Prothese dauerhaft verringern
lassen. Wissenschaftler aus Tübingen und Berlin haben diesen Zusammenhang
jetzt bestätigt und dabei auch Einblicke in die im Gehirn ablaufenden
Mechanismen gewonnen.
Infolge einer Amputation können erhebliche Veränderungen in den motorischen
und sensorischen Feldern des Gehirns auftreten. Von den amputierten
Gliedmaßen treffen keine Signale mehr ein. Das zuständige Hirngebiet liegt
brach. Daher können sich benachbarte Areale dorthin ausdehnen. Das dürfte
den Phantomschmerz begünstigen. Darauf weisen Untersuchungen hin, die Herta
Flor von der Humboldt-Universität Berlin schon vor einigen Jahren
vorgenommen hat.
In die jüngste Studie wurden 14 Patienten einbezogen, denen mehrere Jahre
zuvor eine Hand amputiert worden war. Es ließen sich 2 Gruppen
unterscheiden. Die erste umfasste Patienten, die eine myoelektrische
Kunsthand mindestens 8 Stunden am Tag getragen und intensiv genutzt hatten.
Die anderen Patienten hatten sich weniger mit der Prothese anfreunden können
oder besaßen überhaupt keine. Wie Martin Lotze von der Universität Tübingen
und die anderen Forscher berichteten, litten nur die Patienten der zweiten
Gruppe an Phantomschmerzen. Myoelektrische Prothesen werden über Muskeln
gesteuert, die am Stumpf verblieben sind. Elektroden auf der Haut nehmen die
vom aktivierten Muskel ausgehenden Signale auf. Diese werden verstärkt und
an einen Elektromotor weitergeleitet, der die Prothese bewegt.
Da der häufige Gebrauch solcher künstlichen Extremitäten offenbar dem
Phantomschmerz entgegenwirkt, wollten die Forscher herausfinden, ob sich ein
Zusammenhang mit der Aktivität verschiedener Hirnareale erkennen läßt. Die
Aktivität jenes Bereiches, der für die amputierte Hand zuständig war, kann
nicht direkt erfasst werden. Daher untersuchten die Forscher ein
benachbartes Hirngebiet. Dieses repräsentiert die Lippe. Weil das für die
Hand zuständige Gebiet nicht mehr beansprucht wird, sollte sich das die
Lippe repräsentierende Areal dorthin ausbreiten können.
Die Patienten wurden gebeten, Ihre Lippen zu bewegen. Mit der funktionellen
Kernspintomographie, die Bilder von der Tätigkeit des Gehirns liefert,
registrierten die Wissenschaftler dann die Aktivitätsverteilung in der
Hirnrinde. Tatsächlich beobachteten sie bei den Patienten, die ihre Prothese
nur selten verwendet hatten oder gar keine besaßen, dass sich das
Lippen-Areal in das ehemals die Hand repräsentierende Gebiet hinein
ausgedehnt hatte. Die anderen Versuchsteilnehmer hingegen wiesen diese
Veränderung nicht auf („Nature Neuroscience“, Bd. 2, S. 501). Infolge des
häufigen Gebrauchs der Prothese hatte bei Ihnen das für die Hand zuständige
Areal seinen angestammten Platz behaupten oder zurückerobern können. Weil
die Zuständigkeiten im Gehirn dieser Patienten unverändert blieben, kam es
offenbar nicht zu dem gefürchteten Phantomschmerz. |
Kümmert sich auch um’s
Raucherbein – Die Wundsprechstunde
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Sonderausgabe 2001 „Klinikforum UKT Tübingen“
In die Wundsprechstunde der Tübinger Chirurgischen Klinik zur ambulanten
Behandlung chronischer Beingeschwüre kommen pro Jahr rund 5500 Patienten,
1000 von ihnen zum ersten Mal, 20 neue Patienten jede Woche. Darunter sind
auch viele mit arteriellen Durchblutungsstörungen in den Beingefäßen.
Diese Leiden sind vor allem eine Folge des Typ-2-Diabetes und der
Arteriosklerose. Jeder hat schon mal vom Raucherbein oder der
Schaufensterkrankheit gehört. Menschen mit fortgeschrittenen Verengungen der
Beingefäße schaffen nur noch kurze Gehstrecken am Stück, eben von einem
Schaufenster zum anderen. Sowohl bei den Diabetes-Folgen als auch in
Verbindung mit einer Arteriosklerose besteht ein hohes Amputationsrisiko.
Und in beiden Fällen spielt, so der Leiter der Wundsprechstunde Dr. Stephan
Coerper, der Bluthochdruck eine Rolle.
Die Ärzte der Sprechstunde arbeiten fächerübergreifend mit der Medizinischen
Klinik, den Gefäßchirurgen, Radiologen und der Orthopädietechnik zusammen.
Über 60% der Patienten, die in die Wundsprechstunde kommen,. sagt Coerper,
können ausschließlich ambulant behandelt werden.
Die entsprechende Infrastruktur ist da: „Wir arbeiten eng mit dem Hausarzt
zusammen, damit der Patient in seiner vertrauten hausärztlichen Überwachung
bleiben kann. Dazu haben wir inzwischen ein lokales Netzwerk mit den
Hausärzten, Sozialstationen und ambulanten Pflegediensten aufgebaut
Falls Sie noch Informationen zur Behandlung chronischer Beingeschwüre haben
möchten:
Die Wundsprechstunde ist erreichbar unter
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Studie
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Studie „Flugreisen: Inzidenz und Prävention der tiefen
Venenthrombose“
Aus: The Lancet, Bd. 357, S. 1485 – 1489
Studie belegt:
Spezieller Reisestrumpf schützt auf Langstreckenflügen effektiv vor tiefen
Venenthrombosen / Erster klinisch getesteter Reisestrumpf mediven travel
Erstmals wurde die Effektivität des Tragens von Kompressionsstrümpfen zur
Vorbeugung des Economy-Class-Syndroms auf Langstreckenflügen durch eine
klinische Studie nachgewiesen. Von über 200 Probanden erlitt keiner der
Strumpfträger eine tiefe Venenthrombose, zehn Prozent der Teilnehmer ohne
Reisestrumpf entwickelten hingegen nach dem Flug eine asymptomatische tiefe
Venenthrombose im Unterschenkel.
In der Vergangenheit war es Ärzten in Notfallaufnahmen nahe von Flughäfen
aufgefallen, dass sich zunehmend Passagiere mit einer thromboembolischen
Problematik nach Langstreckenflügen vorstellten. Bisherige Studien hatten
diesen Zusammenhang jedoch noch nicht ausreichend untersucht. 10 bis 20
Prozent aller tiefen Venenthrombosen können zu Komplikationen wie der
Lungenembolie führen.
Ziel der aktuellsten Studie war es deshalb, die Häufigkeit tiefer
Venenthrombosen bei Passagieren nach Langstreckenflügen festzustellen und
die Wirksamkeit des Tragens von speziell entwickelten Reisestrümpfen während
des gesamten Fluges zu untersuchen. Durchgeführt wurde die Studie an der
Universität London unter Leitung von John H. Scurr.
Von fast 500 Freiwilligen wurden 231 geeignete Probanden im Alter über 50
Jahren in die Studie aufgenommen. Voraussetzung für die Teilnahme war eine
unauffällige medizinische Vorgeschichte im Hinblick auf thromboembolische
Ereignisse. Patienten mit erhöhtem Risiko für tiefe Venenthrombosen wie
Frischoperierte und Schwerkranke wurden ausgeschlossen.
Alle Personen absolvierten jeweils zwei Flüge von mindestens acht Stunden
Dauer in der Touristenklasse innerhalb von sechs Wochen. Von 200
Flugreisenden, die bis zum Ende der Studie an allen Untersuchungen
teilnahmen, trugen 100 keinen Strumpf. Die andere Hälfte erhielt
randomisiert den Reisekniestrumpf mediven travel der Firma medi UK Ltd,
Hereford, GB. In Deutschland wird der Strumpf von medi Bayreuth, dem
führenden Kompressionsstrumpfhersteller, über den medizinischen Fachhandel
vertrieben.
Untersucht wurden die Probanden mittels Duplex-Sonographie jeweils vor der
Reise und innerhalb von 48 Stunden nach der Landung. Die vorab erfolgte
Ermittlung des Gesamtblutbildes, der Thrombozytenzahl und der
D-Dimer-Spiegel brachte keine prognostischen Informationen. Die Messung des
D-Dimer-Spiegels nach dem Flug ergab keine auffälligen Ergebnisse.
Keiner der 100 Strumpfträger entwickelte im Rahmen der Studie eine tiefe
Venenthrombose. Die natürliche Inzidenz von zehn Prozent kann somit
vollständig unterdrückt werden. Venengesunde profitieren demnach signifikant
in der Verhinderung des Economy-Class-Syndroms, wenn dieser spezielle
Reisestrumpf auf Langstreckenflügen getragen wird. Dagegen entwickelten vier
Strumpfträger, bei denen im Vorbefund eine Varikosis bestand, eine
oberflächliche Thrombophlebitis. Die leichte Kompression scheint somit bei
vorgeschädigten Venen als vorbeugende Maßnahme nicht auszureichen.
Wie die Studienergebnisse belegen, sollte künftig für Venengesunde auf
Langstreckenreisen die Empfehlung gelten, spezielle klinisch getestete
Reisestrümpfe zu tragen, um das Thrombose-Risiko wirksam zu reduzieren. Für
bisher empfohlene alternative Maßnahmen wie Bewegung, spezielle gymnastische
Übungen zur Venenaktivierung sowie unter Umständen die Einnahme von
Blutgerinnungshemmern (zum Beispiel Aspirin) stehen solche
wissenschaftlichen Nachweise noch aus.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Kohtes Klewes communication medical
Anke Zarnow, Tel.: 089 / 590 42 – 222
Sonnenstraße 17, 80331 München,
Zarnow.Anke@Kohtes-Klewes.de |
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