Innovationen

Deutscher Wundpreis für HuBri-Schiene®

Die Initiative Chronische Wunden e.V. hat im Rahmen des 4. Deutschen Wundkongresses vom 05.-06. Mai 2010 in Bremen den 2. Preis an Ralf Huhn von der Brillinger Orthopädie verliehen. Thema: HuBir-Schiene® zur Druckentlastung bei Gamaschenulcera.

Bisher erfolgte die Lagerung von Fuß-/ Unterschenkelbereichen b. Z. n. Ulcera mit modifizierten Braunschen Schienen oder ähnlichen Orthesen. Diese entsprachen der geforderten Entlastung im Unterschenkelbereich, Gamaschenulcera konnten damit nicht zufriedenstellend gelagert werden.

Die neu entwickelte HuBri-Schiene® wurde speziell für diese Anwendungsbereiche geschaffen. Durch den modularen Aufbau können nahezu alle Größen mit einer Schiene abgedeckt werden. Die Auflagepunkte sind variabel positionierbar und ermöglichen ein totales Freilegen des Unterschenkels. Behandlung und Therapie der betroffenen Bereiche sind damit ohne langwieriges Herausheben aus der Orthese möglich.

Durch die biegesteife Grundplatte wird der Abstand zur Matratze gewährleistet, bei Bedarf ist die Schiene mit einem zusätzlichen Höhenmodul nachrüstbar. Die Ausgestaltung der plantaren Abschlussplatte dient der Spitzfuß-Prophylaxe.

Die gesamte Behandlung kann vorgenommen werden ohne dass der Unterschenkel bewegt werden muss, unabhängig davon, an welchem Bereich des Unterschenkels sich die Wunden und / oder Knochenfixaturen o. ä. befinden.

     
     

 

 

 

 

 


 

Die neue LIGHTHAND

Die Lighthand ist eine Weiterentwicklung der Silikonteilhand. Aus Gewichtsgründen wurde hier ein völlig neuer Maßstab bei der Materialkomposition angelegt. Die speziell dafür entwickelte Kernkonstruktion in extremer Leichtbauweise ermöglicht eine deutliche Gewichtsreduzierung.

Die multiaxiale Positionierbarkeit der Finger wird vereinfacht und ist noch individueller auf die Patientenwünsche anpassbar. Die Möglichkeiten der Farb- und Formgestaltung setzen auch hier neue Maßstäbe.
 

Diese Hand hat das Attribut Leichtigkeit tatsächlich verdient.  


 

Neuer Silikonliner aus dem Hause Brillinger Orthopädietechnik

(klicken Sie zum Vergrößern)Jahrelange Erfahrung bei zahlreichen Prothesenversorgungen mit Silikon-Haftschaft-Systemen haben zur Entwicklung eines neuen Contact-Liners geführt - dem C-Liner. Nach Maß angefertigt, mit einer gelartigen Innenschicht und einer gleitenden Außenfläche versehen, bietet der neue Liner vor allem ein perfektes Passformgefühl. Durch Verwendung von individuell abgestimmten Silikongelen unterschiedlicher Shorehärten und Wandungsstärken entsteht eine optimierte Verbindung zwischen Stumpfoberfläche und Prothese.

Die eingearbeitete Gewebestruktur verhindert nahezu komplett die ungeliebten Längshubbewegungen im Schaft, während die Querausdehnung dagegen ganz gezielt vom Gewebe unterstützt wird. Dies trägt zu spürbar direkterem "Prothesengefühl" und zu mehr Tragekomfort bei muskulärer Aktivität - zum Beispiel beim Ansteuern einer myoelektrischen Armprothese - bei und wirkt gleichzeitig einer frühzeitigen Ermüdung der Muskulatur entgegen.

Das für viele Prothesenträger unangenehme und störende Einsprühen stark haftender Silikonliner mit Gleitmittel, um den Liner auf den Stumpf aufrollen zu können, entfällt. Durch seine spezielle Oberfläche lässt sich der neue C-Liner problemlos anziehen und bietet absolut zuverlässigen Halt. Die Möglichkeit zur Integration von Elektroden für myoelektrische Armprothesen ist dabei vollumfänglich gegeben. Das einfache Reinigen des Liners erhöht den Gebrauchswert auch in hygienischer Hinsicht.

Der C-Liner wird gefertigt zur Verwendung am Unter- und Oberarm. Auch bei sehr empfindlichen Stümpfen im Bereich der unteren Extremität (Meshgraft, adhärente Narben, Narbeneinziehungen) wurde er bereits erfolgreich eingesetzt. Aufgrund der hohen Haftung lassen sich selbst Kurzstümpfe ohne Übergreifen der benachbarten Gelenke versorgen. Über den eingearbeiteten Universaladapter sind alle handelsüblichen Verschlussmechaniken verwendbar. 


Neue Dimensionen in der Versorgung mit Arm- und Handprothesen

Als Novum bieten wir die begleitende Ergotherapie im Verlauf der Prothesenherstellung an (eigene Praxiszulassung). Dieses Training findet bei uns im Hause statt und rundet die orthopädietechnische Versorgung ab. Hier werden die verschiedensten Situationen berufs- oder umfeldtypisch nachgestellt und geübt, wie beispielsweise 

  • Bildschirmarbeitsplatz

  • Werkstattbereich

  • Haushaltstypische Umgebung

  • feinmotorische Arbeiten

  • Alltag und 

  • Hobby

 

Zusammen mit Technikern und Therapeuten wird in der Simulation der Gebrauch der Prothese trainiert. Dabei wird die Funktionalität immer weiter verfeinert und auf den Träger und den Gebrauch abgestimmt. So wird eine schnelle Rückkehr in den Alltag ermöglicht. 

Im Rahmen der Versorgung und auf Wunsch kümmern wir uns auch um Ihren kompletten Aufenthalt mit: 

  • Transfer, (Flugzeug, Bahn, Bus ... )

  • Unterkunft 

  • Sightseeing und 

  • nötigenfalls ärztlicher Versorgung. 

Weitere Informationen über Armtechniken und mehr finden Sie zum downloaden hier: 
Sie benötigen den Acrobat Reader (falls noch nicht vorhanden), den Sie hier herunter laden können. 



Silikontechnik

Die Prothese beginnt schon beim Fingernagel

Die Orthopädie-Techniker des Sanitätshauses Brillinger arbeiten mit Carbonfasern, Silikon und High-Tech-Gelenken
Quelle: Tübingen (wog) Schwäbisches Tagblatt vom 10. Juli 2003

Längst vorbei die Zeiten, als Prothesen klumpige Gebilde aus Leder, Stahl und Holz waren. Künstliche Hände und Füße aus den Werkstätten des Tübinger Sanitätshauses Brillinger sehen heute fast genau so aus wie die echten. Fitzelig ist dabei die Arbeit der Silikontechniker. 50 Arbeitsstunden für eine Hand - vom Fingernagel bis zur täuschend echten Behaarung - sind da keine Seltenheit. "Man muss darauf achten, dass es den Patienten nicht zu kalt ist", sagt Jochen Steil. Denn sonst wird deren Haut grünblau. Verheerend, wenn man die Farbabstimmung macht. Kalt könnte einem aber schon werden in der Silikonwerkstatt bei Brillinger. 

Fast schon kühle 16 Grad hat es da, weil sonst das Material zu vulkanisieren beginnt. Und doch tragen Jochen Steil und Rolf Rein zwischen vier und zehn Silikonfarbschichten auf eine Prothese auf, um den richtigen Hautton des Kunden zu treffen. Eigentlich sind sie ja gelernte Zahntechniker. Eine Arbeit, die "viel Fitzeln erfordert", so Steil. Und fitzeln müssen sie auch jetzt. 

"Allein für die Fingernägel sind zehn Stunden weg", sagt Steil. Für die notwendige Tiefenwirkung muss Schicht auf Schicht gepackt werden. Bis der Acryllack draufkommt. Und der kann sogar lackiert werden: "Für die Damen ein wichtiger Punkt." Hier ist das Künstlerische gefragt. Bei Prothesen geht es aber vor allem um den Tragekomfort und die Funktionalität. Das Schwierigste an seinem Job sei immer noch, bei einer Bein- und Fußprothese die adäquate Passform hinzukriegen.

Innovation aus den USA

Orthopädie-Technik, das ist bei dem Tübinger Sanitätshaus Brillinger mit seiner hundertjährigen Firmengeschichte heute die tragende Säule im Geschäftsaufkommen neben Reha- und Schuhtechnik, Sanitätsbedarf und Fitness-Utensilien. An die 400 Bein- und fast eben so viele Hand-Prothesen sowie -Orthesen im Jahr werden seit 1998 im Handwerkerpark hergestellt. Seit Klaus Fischer Ende der Siebziger die Geschäftsleitung übernommen hat, gab es einen gewaltigen Innovationsschub. Aus den USA hat Fischer von 1984 an neue Materialien aus der Luft- und Raumfahrt importiert. Silikon ("einer der sensationellsten Werkstoffen"), biomechanisch ausgereifte Gelenke und Hochleistungsfaser-Verbundstoffe, von denen damals die hiesigen Orthopädietechniker bloß träumen konnten. "Handwerklich gut aber konservativ", lautet Fischers Urteil über den Stand seines Gewerbes vor 20 Jahren. 
Heute dagegen gibt es Hilfsmittel wie die myoelektrische, mikroprozessorgesteuerte Hand, die über Elektroden von der Restmuskulatur Signale im Bereich von Millionstel Bruchteilen eines Volts empfängt und sich so steuern lässt. Oder das "C-Leg", ein computergesteuertes Bein "für den aktiven Läufer". Mit 20.000 Euro zwar nicht ganz billig, aber dafür ein fast vollkommener Beinersatz, für den freilich nicht jeder in Frage kommt. Es wäre sicher unvernünftig, einem 90-jährigen, der nur noch in der Wohnung herum läuft, ein computergesteuertes Bein zu verordnen", sagt Fischer. Hilfsmittelberater von den Krankenkassen stufen deshalb den jeweiligen Bedarf ein.
Von den insgesamt 150 Angestellten sind bei Brillinger allein fünf Techniker für die Spezialanfertigung von Armprothesen zuständig. "Wir bekommen bundesweit Patienten zugewiesen", so Fischer. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Tübinger Kliniken - zwei Mitarbeiter sind immer vor Ort - werden Patienten schon früh individuell beraten, mit Test-Hilfsmitteln zwischenzeitlich versorgt und ergotherapeutisch behandelt. Denn auch wenn die Einzelteile aus aller Welt kommen: Entscheidend ist, was der Techniker daraus macht", findet Fischer.
Wenn klinisch amputiert werden muss, dann in 80 Prozent der Fälle an den unteren Extremitäten, sprich den Beinen. Schuld daran ist in zwei Drittel aller Fälle Diabetes. Eine Zivilisationskrankheit, die auch den so genannten diabetischen Fuß mitverschuldet. Bei Brillinger begegnet man diesem Phänomen seit viereinhalb Jahren mit einer zehn Mann starken Abteilung für orthopädische Schuhtechnik. Auf der Grundlage elektronischer Druckmessungen werden Schuhe zugerichtet - und vor allem auch nachgebessert. Denn, so Fischer:" Der diabetische Fuß verändert sich." Und ist deshalb eine besondere Herausforderung.

Krücken auf Lager

Was aber passiert mit den Hilfsmitteln, die nur zeitweise gebraucht werden? Rollstühle, Krücken, Krankenbetten? Bei Brillinger ist ein ganzer Lagerraum voll damit. Aufbereitet warten diese darauf, nachgefragt und zum Beispiel nach Hamburg gebracht zu werden. Denn Brillinger hat bundesweit Verträge mit fast allen Krankenkassen. In einem zentralen Datensystem gespeichert, können die Hilfsmittel angefordert werden.. "Kostendämpfung hat natürlich Priorität", sagt Klaus Fischer. 

Prothese - Orthese

Prothesen sind orthopädische Hilfsmittel die menschliche Glieder vollständig ersetzen. Orthesen dagegen sind Hilfsmittel, die die Funktion von Muskeln und Bändern unterstützen, Gelenke führen, stabilisieren und korrigierend wirken.

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